27. März 2018

Das Institut für Bibelübersetzung IBT hat unlängst eine Neuausgabe des Lukasevangeliums in tschuktschischer Sprache publiziert. Es ist dies das fünte Buch der sogenannten Nördlichen Diglotten: Übersetzungen des Evangeliums nach Lukas in die Sprachen der Urvölker des Nordens und Fernen Ostens von Sibirien mit dem Paralleltext der russischen (kanonischen) Synodalübersetzung, zusammen in einem Set mit einer Audio-Kasette. Dieses Format kommt denjenigen Lesern entgegen, die nur noch geringe Kenntnisse des Tschuktschischen haben und ihre Sprachbeherrschung reaktivieren möchten.

26. März 2018

Das Institut für Bibelübersetzung IBT hat soeben eine illustrierte Ausgabe von Gleichnissen des Lukasevangeliums (vom guten Samariter, vom Gastmahl, vom verlorenen Sohn, vom Pharisäer und dem Zöllner) in der beschtininschen Sprache herausgegeben. Die Beschtinen sind ein kleines Volk im Nordostkaukasus (Dagestan, Südrussland), ca. 6000 von ihnen sprechen noch Beschtinisch, eine Kaukasussprache, die im russischen Rotbuch der bedrohten Sprachen verzeichnet ist und noch über kein offizielles Schriftsystem verfügt. 1999 hat das IBT das überhaupt erste Buch in dieser Sprache publiziert, nämlich das Lukasevangelium. Man adaptierte dafür das Schriftsystem des Awarischen, einer verwandten Sprache. 2005 folgten dann das Buch der Sprüche (Salomons). Der Übersetzer von all diesen IBT-Bibelpublikationen in Beschtinisch ist ein akademischer Linguist und der beste Kenner dieser Sprache.

12. März 2018

Das Institut für Bibelübersetzung IBT hat einen Band mit illustrierten biblischen Erzählungen in der Übertragung in die lamunchinische Mundart der ewenischen Sprache herausgegeben. Es ist dies die größte und den Wortschatz der traditionellen Kultur am besten bewahrende Mundart der ewenischen Sprache. Sie wird von etwa 800 von insgesamt 5656 Ewenisch-Sprechenden beherrscht, die im nördlichen und östlichen Sibirien leben und ursprünglich Rentiernomaden waren.

Dieses wunderbare grossformatige Buch in Harteinband ist in einer kleinen ersten Auflage von 250 Exemplaren publiziert worden. 25 biblische Erzählungen führen von der Erschaffung der Welt bis zur Schilderung der Auferstehung Jesu Christi. Die Autoren hoffen mit dieser Ausgabe das Interesse an der ewenischen Sprache und an den biblischen Schriften zu wecken...

7. März 2018

Das Institut für Bibelübersetzung IBT hat das Buch Hiob in Kumykisch herausgebracht. Die Kumyken gehören zur Gruppe der turksprachigen Völker und zählen über 400.000 Menschen, vor allem in Dagestan, eine Region im Nordkaukasus, im Süden der Russischen Föderation.

Das Buch Hiob nimmt einen speziellen Platz in der Bibel und auch unter den Meisterwerken der Weltliteratur ein. Es bietet tiefe theologische Reflexion darüber, warum auch gute Menschen grosses Leid erfahren. Es ist eines der schwierigsten Bücher der Bibel zum Übersetzen wegen der zahlreichen schwierigen Stellen mit seltenen und zweideutigen Ausdrücken im hebräischen Original. Es ist die erste alleinstehende Publikation des Buches Hiob in allen Übersetzungsprojekten des IBT. Die hebräische poetische Form des zentralen Teils des Buches wurde auch im Kumykischen in Versform wiedergegeben. Fußnoten verweisen auf Übersetzungsfragen, die im Text problematisch waren...

Rundbrief, Frühling 2018

„Um die Wahrheit zu sagen: Ich bin kein professioneller ‚Literat‘. Aber eines Tages erwachte in mir ein tiefes Sehnen, das sich in eine brennende, mich umtreibende Frage verwandelte: Warum hat mein Volk kein eigenes Schriftsystem?“
So leitete Elisa (Wir geben ihm dieses biblische Pseudonym) seine Geschichte über die Anfänge seiner Mitarbeit in einem unserer Übersetzungsprojekte im Kaukasus ein. In unserem Gespräch erkannte ich Elisas grosse Hilfsbereitschaft, aber auch seine Abneigung zu sprechen. Seine Freundlichkeit kämpfte mit seiner festen Entschlossenheit, unerkannt zu bleiben. Erst nach meiner Zusicherung, dass sein Name nicht genannt würde, begann Elisa ungezwungen zu sprechen. Seine Worte waren eine von Herzen kommende Bestätigung für zwei bei kaukasischen Kulturen typische Eigenschaften: das grosse Verantwortungsgefühl und die Grosszügigkeit. Während dem halbstündigen Interview war ich die Fremde, die Elisas Hilfe brauchte, und er erwies sich als ein sehr wohlwollender Gastgeber, der mich in die besten Seiten seiner Kultur einführte...