Rundbrief Frühling 2014

Scheinen biblische Texte nicht manchmal widersprüchlich zu sein? Und sind es nicht gerade diese Widersprüche, die sie für alle Menschen, unabhängig von ihren ethnischen, linguistischen oder historischen Kontexten bedeutsam machen? Die Bibel ist keine abstrakte Ideologie, sondern viel mehr eine Lebensquelle, die aus Gott, der Liebe ist, hervorquillt.

Rundbrief, September 2012

Die Dolganen sind Glieder eines jungen Volkes im Hohen Norden. Wir könnten sogar sagen, dass es sich um ein sehr junges Volk handelt, denn ihre Identität als Volk ist erst im 20. Jahrhundert anerkannt worden. Ihre Sprache leitet sich vom Jakutischen her. Obwohl sich die Jakuten und die Dolganen kulturell und ethnisch deutlich unterscheiden, bezeichneten sich die Dolganen selber immer als „Jakuten“. Erst in den 1960er Jahren bestimmten die Wissenschaftler, dass sich die dolganische Sprache genügend von der jakutischen unterscheidet, dass sie als eigenständige Sprache und nicht bloss als Dialekt bezeichnet werden kann....

Rundbrief, Sommer 2012

Es war an einem gewöhnlichen Arbeitstag in unserem IBT-Büro. Zwei Übersetzerteams waren für Beratungen nach Moskau gekommen. Für beide Teams war es die Endphase ihrer Arbeit. Beide Bibeln sind vollständig übersetzt. Im einen Fall ist die Bibel beinahe bereit, der Veröffentlichungsabteilung übergeben zu werden, und so werden die letzten technischen Details diskutiert. Im anderen Fall arbeitet das Team an den dritten und vierten Entwürfen von verschiedenen biblischen Büchern. Mich interessierte die Ähnlichkeit dieser beiden Situationen, und ich fragte mich, wie die Übersetzer, die zwei grosse Bevölkerungsgruppen aus dem Kaukasus und der Krim repräsentierten, sich nach ihrer Riesenarbeit fühlten...

Rundbrief Frühling 2012

„Das Zelt besteht aus Rentierhäuten und ist mit einer Plane gedeckt, so ist es im Inneren wirklich warm, auch wenn es draussen sehr kalt ist. Du solltest dein zahmes Rentier immer zu dir ins Zelt nehmen, sonst wird es ganz verrückt wegen der Mücken“, - So beginnt Tatjana Lar, Übersetzerin in unserem Nenzisch-Projekt und berühmte Sängerin der nenzischen Lieder und Epen, ihre Geschichte...

Rundbrief, November 2011


Die Kurden sind wahrscheinlich das grösste Volk, das keinen eigenen Staat hat. Sie leben verstreut in vielen Ländern. Die Tatsache, dass sie in einer für sie fremden und oft auch feindlichen Umgebung leben, lässt sie umso fester an ihren geschichtlichen Wurzeln und ihrer kulturellen Identität festhalten. Im Laufe der Jahrhunderte sind die meisten Kurden Moslems geworden, doch es gibt auch kurdische Jesiden, die einer Mischung von verschiedenen Glaubensrichtungen wie Zoroastrismus, Islam, Christentum und altem Heidentum anhangen. Diese synkretistische Religion geht auf einen Sufi-Scheich zurück, der sie im Irak während des Mittelalters begründete. Der jesidische Gottesdienst beinhaltet die Anbetung der Sonne und räumt der Anbetung der Engel, unter denen auch der Geist des Bösen ist, viel Raum ein. Die in Russland lebenden Kurden sind meistens Jesiden...