17. Mai 2018

Unlängst hat das Institut für Bibelübersetzung IBT in einem Doppelband die Übersetzung des 1. Buches Mose und des Buches der Sprüche in inguschischer Sprache publiziert.
Die Inguschen zählen gemäß der letzten Volkszählung von 2010 ca. 445.000 Volksangehörige. Ihre Sprache ist der Tschetschenischen ähnlich. Beide Sprachen gehören zur nachischen (nordostkaukasischen) Sprachgruppe. Die inguschische Schriftlichkeit wurde anfangs des 20. Jahrhunderts entwickelt, zuerst mit arabischen, dann mit lateinischen Lettern; seit 1938 wird aber nur noch die kyrillische Schrift verwendet. Inguschetien bildete zwar schon in der sowjetischen Frühzeit eine administrative Einheit, aber erst 1992 erhielt es den Status einer Republik innerhalb der Russischen Föderation, was der nationalen Wissenschaft und Kultur starken Auftrieb gab.

12. April 2018

Das Tschuktschische zählt zu den bedrohten Sprachen und wird nur noch von ungefähr 5000 Menschen am östlichsten Rand der Russischen Föderation gesprochen. 2018 ist für das Tschuktschisch-Projekt des Instituts für Bibelübersetzung IBT ein ganz besonderes Jahr: Kurz hintereinander sind gerade zwei Publikationen erschienen, zuerst die revidierte, zweisprachige Ausgabe des Lukasevangeliums und nun der erste alttestamentliche Text in tschuktschischer Sprache, nämlich das Buch Jona.
Seit unerdenklichen Zeiten führen die Tschuktschen eine Lebensform, die unauflöslich mit dem Meer verbunden ist, denn ihre Heimat ist die nordöstliche Pazifikküste von Russland. Sie sind unübertreffliche Seefahrer, Fischer und Walfänger. Daher hoffen wir, dass das Buch Jona, das ja zuerst eine Seereise und die Begegnung mit einem riesigen Meerestier beschreibt, für die tschuktschischen Leser von besonderem Interesse sein wird. Die tiefe Symbolik dieses kleinen Buches, das so wichtige Fragen wie den Ungehorsam Gott gegenüber, die Reue und das göttliche Erbarmen, jenseits aller ethnischen und nationalen Grenze, aufwirft, soll auch das Interesse für die Bibel als Ganzes auf sich ziehen.

27. März 2018

Das Institut für Bibelübersetzung IBT hat unlängst eine Neuausgabe des Lukasevangeliums in tschuktschischer Sprache publiziert. Es ist dies das fünte Buch der sogenannten Nördlichen Diglotten: Übersetzungen des Evangeliums nach Lukas in die Sprachen der Urvölker des Nordens und Fernen Ostens von Sibirien mit dem Paralleltext der russischen (kanonischen) Synodalübersetzung, zusammen in einem Set mit einer Audio-Kasette. Dieses Format kommt denjenigen Lesern entgegen, die nur noch geringe Kenntnisse des Tschuktschischen haben und ihre Sprachbeherrschung reaktivieren möchten.

26. März 2018

Das Institut für Bibelübersetzung IBT hat soeben eine illustrierte Ausgabe von Gleichnissen des Lukasevangeliums (vom guten Samariter, vom Gastmahl, vom verlorenen Sohn, vom Pharisäer und dem Zöllner) in der beschtininschen Sprache herausgegeben. Die Beschtinen sind ein kleines Volk im Nordostkaukasus (Dagestan, Südrussland), ca. 6000 von ihnen sprechen noch Beschtinisch, eine Kaukasussprache, die im russischen Rotbuch der bedrohten Sprachen verzeichnet ist und noch über kein offizielles Schriftsystem verfügt. 1999 hat das IBT das überhaupt erste Buch in dieser Sprache publiziert, nämlich das Lukasevangelium. Man adaptierte dafür das Schriftsystem des Awarischen, einer verwandten Sprache. 2005 folgten dann das Buch der Sprüche (Salomons). Der Übersetzer von all diesen IBT-Bibelpublikationen in Beschtinisch ist ein akademischer Linguist und der beste Kenner dieser Sprache.